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Prisma 31/2003
Tageszeitung
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Wie Pferde Kindern helfen, ruhig zu werden
Psychologe setzt Tiere seit Jahren als Therapeuten ein / Harmonie statt
Innerer Zerrissenheit

Mit freundlicher Genehmigung des Neumarkter Tagblattes (18.11.2003)
 
LANDKREIS (vf).  Bewegungsmangel kann bei Kinder zu ernst zu nehmenden  Wahrnehmungsstörungen rühren. Zwei bis drei Kinder sind es durchschnittlich pro Schulklasse, die aus diesem Grund beispielsweise Probleme beim Schreiben haben oder unter Gleichgewichtsstörungen leiden. Dass Kinder zu wenig Impulse durch Bewegung bekommen, beginnt laut Leonhard Oesterle häufig in der Schwangerschaft, wenn Mütter zu wenig laufen, und setzt sich später mangels Bewegungsspielen und wegen zu viel Fernsehen in der Freizeit fort.
 

Sprache ohne Worte
Diplom-Psychologe Leonhard Oesterle begegnet diesen Wahrnehmungsstörungen mit einer etwas anderen Methode, den Kindern wieder zu mehr Konzentrationsfähigkeit und motorischer Ruhe zu verhelfen. Er setzt dazu Islandpferde ein. Diese Tiere wiederum setzen bei den Kindern bestimmte Prozesse in Gang. So übertragen sie beispielsweise Schwingungsimpulse auf die Körper ihrer Reiter, was den Gleichgewichtssinn stimuliert. Der Kontakt mit den Pferden fördert die Sinneswahrnehmung. Und weil das Sozialverhalten der Tiere in weiten Teilen dem des Menschen ähnele, sind laut Oesterle soziale Erfahrungen  möglich, die Kinder selbstbewusst machen.
Derzeit betreut der  Psychologe acht Kinder, die zwischen sechs   und zwölf  Jahre alt sind, in zwei Kursen. Unterstützt wird er dabei von der Pädagogin  Beate Meckler.
Aber es sind nicht nur Familien mit Kindern, die an Aufmerksamkeitsdefizitstörungen (ADS) oder Aufmerksamkeits- defizithyperaktivitätsstörungen (ADHS) leiden, die auf die positive Wirkung von Pferden setzen. Zu Leonhard Oesterle kommen im Gegenteil vor allem Erwachsene, vom Studenten bis zum Manager. Unter ihnen sind Menschen, die körperliche Beschwerden haben, zu denen es kaum medizinische Befunde gibt, die an Depressionen leiden oder Probleme haben, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen.
Im Vordergrund steht dabei nicht das Reiten. Stattdessen treffen Mensch und Tier beispielsweise in einem umzäunten Viereck aufeinander, in dem sich das Pferd ohne Zaumzeug frei bewegt. Nach einer Weile entsteht dabei eine nonverbale Kommunikation zwischen den beiden. Der Mensch lernt laut Oesterle, dass das Pferd nur dann auf seine körperlichen Signale reagiert, wenn er das tatsächlich will und nicht innerlich andere Impulse hat.
„Etwas über sich selbst lernen"
„Tiere spielen in unserer Kultur eine große Rolle", sagt Oesterle, der seit 22 Jahren in Tauernfeld bei Deining lebt. „Sie nehmen Menschen die Einsamkeit und geben ihnen das Gefühl, dass sie Wärme, Fürsorge und Liebe empfinden können." Der Psychologe arbeitet mit zehn Pferden. Ursprünglich waren diese Tiere für ihn selbst nur ein Hobby. Doch im Alltag mit den Islandpferde erkannte er, dass sie dabei helfen, „etwas über sich selbst zu lernen". Pferde sind laut Oesterle bei artgerechter Haltung im Einklang mit sich selbst. Eine Harmonie, nach der sich viele Menschen, bei denen Denken, Fühlen und Handeln auseinander klafft, sehnen.